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beyondline stillness//your watch/has run out of digits/sense the dead end/resistance is your truth//all that’s left/is a glass filled with air/on the cold old contrete/makes any try obsolete//let it go/let it go//after nothing/there comes change/when the horn is calling/find escape/gotta stop clinging/no one’s sane/cos after/nothing/there comes change//peel off/all our leftovers/watch the sinners/breaking thru the cliches//oh so easy/when the beliefs are really gone/and the pressure/is falling like the snow//let it go/let it go//cos after nothing/there comes change/when the soul is calling/find escape/gotta stop clinging/no one’s sane/cos after nothing/there comes change//looking at/an empty frame/just the memory/stays the same/can’t blame the sun/can’t blame the rain/don’t be afraid/don’t be afraid//cos after nothing/there comes faith//

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Hach. Das Leben ist manchmal, als breite es sich vor mir aus wie ein Teppich, frohlockend:

‘Komm spring und räkel Dich!’

Und ich falle. Und es trägt mich davon.

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Sometimes, life spreads itself in front of me like a carpet, exulting:

‘Come on, jump and loll around.’

And I let myself fall. And it takes me away.


Das ist so eine Sache mit dem Lebensweg. Heutzutage reicht es nicht mehr, wenn man arbeitet. Wie ordinär. Man muss was Großes machen, ‘was mit Medien’, was Kreatives, mit Reisen, Sport, Weltrettung. Sagen, was man zu sagen hat, der Welt was hinterlassen. Dementsprechend ist man auch was Großes, kreativ (wichtiges Schlagwort), individuell, frei und autark, ohne Limits, cool und verdammt nochmal ausbalanciert. Kurz: Man muss sich selbstverwirklichen.
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Leider hat die Selbstverwirklichung ein paar Haken. Der Selbstverwirklicher muss ganz schön viel einstecken, Schläge ins Gesicht und Niederlagen und immer wieder aufstehen. Zweifel muss er erleiden, ob der Weg überhaupt das Richtige ist, und zwar beinah jeden Tag. Er muss einen Haufen Selbstvertrauen und Disziplin mitbringen, denn – das ist das Beste und gleichzeitig Schlimmste an der Selbstverwirklichung – niemand zwingt ihn dazu. Niemand drückt dem Selbstverwirklicher die To-Do-Liste samt Timing aufs Auge oder bestätigt “so machst du das richtig, mein Kind”. Der Selbstverwirklicher tritt sich freiwillig selbst in den Hintern, jeden Tag, denn der Letzte, der hier das Sagen hat, ist er selbst.
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Für Selbstverwirklichung gibt es leider kein Geld, oder zumindest himmelhergottnochmal wenig. Das kann ganz schön Angst machen. Darum sollte der Selbstverwicklicher sich ein Beispiel an den Selbstverwirklichungs-Hardlinern nehmen, die – tadaa – kein Geld brauchen. Sie machen gar aus der Not die Tugend, indem sie sagen, Geld ist uncool. Mehr noch: Konsum ist Kommerz. Die Improvisation aus den finanziellen Grenzen heraus erschafft schließlich ganz neue Styles, 1-Euro-Hosen vom Flohmarkt und selbstgebastelte Fahrräder. Das ist wenigstens richtig autark und one of a kind. ‘Bohemian’ heißt der Trend. Zu H&M gehen kann ja jeder.
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Der Selbstverwirklicher muss kämpfen, sich quälen, bluten, wenigstens ein bisschen. Da finden die Selbstverwirklichungs-Hardliner: ohne Leidensdruck, kein Genietum. Sonst hat der Teilnehmer ja keine Messlatte außer das Leiden, denn er macht den Quatsch nur nach eigenem Maßstab. Also je mehr Leid, desto genialer? Und je mehr Plackerei, desto eher kann der Selbstverwirklicher damit angeben. Denn Fleiß ist hierzulande die größte Tugend (wieso auch immer). Da muss er sich erst verausgaben, Blut und Wasser spucken bis zum Zusammenkrachen, und dann hat er was geschafft. Wozu nochmal? Ach ja, die Selbstverwirklichung.
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Ich muss gestehen, ich bin selbst ein wenig so. Ich will ja immernoch Superheld werden. Die Ideale, woher auch immer die kommen, und die beknackte Sinnsuche haben meinen Geist früh in Beschlag genommen. Ich bin sehr empfänglich für Kampfparolen, denn sich Abrackern und Ergebnisse einheimsen fühlt sich lebendig an. Außerdem bin ich bei meinem Lebenslauf nach dem Ausschlussprinzip vorgegangen, und weil am Ende nicht mehr viel übrig blieb, musste ich mir ein Selbstverwirklichungs-Prinzip basteln. Ich liebe das Gefühl von gewisser Autarkie: Die Früchte, die ich esse, habe ich gesät (das ist übrigens wiedermal eine Analogie, ich bin kein Gärtner). Die Energie, die ich verbrauche, verwende ich oft für mein Ding. Die Selbstverwirklichung ist ein großer schöner Kreislauf mit mir als Quellen und Mündung. Aber sie kann auch eine echt blöde Sau sein und nerven.
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Nicht jeder ist so (bescheuert) und, auch wenn der Trend was anderes sagt, sich gegen die Selbstverwirklichung zu entscheiden ist total legitim. Ein echter Selbstverwirklicher ist man nicht, weil man will, sondern weil man muss. Wieso quälen, wenn man nicht muss? Wenn ein Bruce-Lee-Motivationscoach anfeuert: “Mensch Junge, kämpf und mach was aus deinem Leben,” dann funktioniert gut und gerne auch die Antwort: “Nö, wieso?” Wenn jemand die Bequemlichkeit liebt, den Stillstand, sich über das Gewohnte freut, über das warme Bett, das Zuhause und möglichst wenig Reibung, dann frage ich mich: Warum zur Hölle bin ich nicht auch so? Die Sehnsucht danach steckt in jedem. Ich finde, diese herrlich normalen Menschen können echt froh sein über ihr Ding.
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Beide Seiten, die Selbstverwirklicher und die ‘normalen Menschen’, sollten nicht fremdeln, sie sollten sich gegenseitig akzeptieren und voneinander lernen. Das mag wie eine Schleimpredigt klingen, aber ich kenne doch die Pappenheimer. Ein bisschen Leichtigkeit und Loslassen kann dem Selbstverwirklicher nicht schaden, ein bisschen Elan und Selbständigkeit dafür den anderen nicht. Denn meiner Meinung nach ist nicht Fleiß die Tugend schlechthin, sondern: Glücklichsein. Im ganz eigenen, individuellen, saucoolen Sinn.

Ich hab ja immer alle möglichen Theorien über das Leben und so. Erst dachte ich, Du musst halt akzeptieren, was mit Dir passiert. Dann wollte ich das Leben in die Hand nehmen und kontrollieren. Aber seit Buenos Aires weiß ich was ganz Neues und natürlich total Bahnbrechendes: Das Leben ist wie Volleyball! Klingt irgendwie trivial. Aber lasst es mich erklären: Aus meiner Volleyballzeit (ja, ich mach grad ne Pause) weiß ich, es gibt mehrere Spielsysteme. Das eine – ‘mit vorgezogener Sechs’ – ist das statischere. Jeder hat seine feste Position auf dem Spielfeld. Du weißt, was Du zu tun hast. Bist da recht sicher, machst es nunmal so, wie es Dir aufgetragen ist. Und den Rest machst Du nicht. Bisschen wie auf dem Amt à la ‘och nö, das fällt nicht in meinen Aufgabenbereich’. Oder wie im Strebergarten, wo die Äste des Nachbarbaums bloß nicht über deinen Zaun hinauswachsen dürfen. Das Spielsystem ist einfacher und bequem. Aber: Du verpasst Bälle. Du verpasst möglicherweise Chancen, die das Leben Dir so zuspielt.

Und dann gibt es dynamischere Spielsysteme, wo ‘die Zwei der Steller ist’ oder das ‘Läufersystem’. Die sind erstmal ordentlich chaotisch für das arme Hirn. Mal stehst Du näher am Netz, in V-Form, gefühlt kreuz und quer und andere seltsame Aufstellungen. Die Aufgabe ist es, auf den Moment zu schauen und jedes Mal neu zu reagieren. Das nennt sich auch Improvisation. Annahmeposition, Herzklopfen, rennen und den Ball schön in die Fresse kriegen, aber immerhin: Kriegen. Das ist verdammt anstrengend. Du läufst Dir die Haxen ab, nach vorne und hinten, links und rechts und gerne auch mal wohin, wo Du gar nicht hingehörst. Du trittst über Deine Grenzen. Du riskierst Stürze, wunde Knie und einen Zusammenprall mit einem Mitspieler (ich vor allem). Gefährlich, aber höhere Siegchancen. Denn wenn Du Dich an die Dynamik des Lebens gewöhnt hast, kriegst Du mehr Bälle. Und dann machst Du Dich bereit für einen Angriff, der sich gewaschen hat, Alter (und wenn ich ‘Alter’ sag, meine ich es ernst)! Es geht in diesem Lebensspiel nicht um Fatalismus oder Kontrolle. Es geht um eine Balance aus Steuerung und Mitgehen mit dem, was das Leben Dir bietet. Du öffnest die Augen, die Sinne, den Verstand, legst Dich hinein und nimmst wahr, was das Leben für Herrlichkeiten zu bieten hat.

Ich kann verstehen, wenn jemand das bequeme Spielsystem wählt. Sicherheit und klare Aufgaben haben ihre Vorteile. Man soll sich auch zu nichts zwingen. Fatal ist es, wenn man sich nicht entscheidet. Dann eiert man nur unentschieden rum. Aber ich weiß, wofür ich mich entschieden hab. Ich hab einfach keine Lust, immer an einer Position zu stehen. Ich will das Leben abkriegen mit all seiner Kraft.

Das Beste dabei ist, wenn Du Dich für dieses offene System entschieden hast – und ein bisschen Übung – läuft es irgendwann wie von selbst! Wenn Du in der Annahme des Lebens stehst und ohne Angst die Arme bereithältst für den heftigen Ball, der da kommen mag, dann kommt er manchmal genauso auf Dich zu, wie Du es brauchst. Du kannst machen, was gerade in DEIN System passt, springen, Dich fallen lassen, Du kannst Dir sogar – wenn Du total bescheuert bist – die Haare lila färben (oh mein Gott, meine Haare sind lila!). Als ob das Leben seinen Teppich vor Dir ausbreitet und ruft ‘hier bin ich, jetzt nimm mich’. Das Leben und Du, Ihr seid dann Partner. Und wenn Du dann noch einen ordentlichen Angriff gebacken kriegst, ist das ein Gefühl wie Fliegen. Ehrlich, Ihr glaubt nicht, was da draußen so alles auf Euch wartet, wenn Ihr Euch aufmacht und ein winziges bisschen vertraut. Und riskiert.

Liebes Leben, Du heiße Bitch (wenn ich ‘Bitch’ sage, meiner ich es noch viel ernster), ich bin hungrig nach Deiner Wucht. Ich krieg Deine Bälle, ich schwör’s. Und wenn ich mir bei einer spektakulären Japanrolle Schürfwunden zuziehe. Alter, echt jetzt, Bitch.

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You know what I found out? I noticed t that life’s like volley ball. Honestly, I was playing volley ball – not very successfully – but enough to learn about the systems. Do you know them? There is a system which is a little stiff and conservative. The players have their positions and tasks and stick to them like little soldiers. The system is quite secure and comfortable, because you always know what to do, don’t have to move or react too much. I totally understand this kind of ‘living’. But: You miss much more of the balls life is offering.
And then there’s other systems which are more flexible. As a player you always have to find your position by orientating yourself to the ball. You have to look out, listen, be alarmed, improvise, react, communicate with the others, step over the borders. The system is much more excausting, you keep running back and forth, it`s even dangerous, you can hurt yourself by bumping into other people (okay, that’s me). But: You don’t miss so many balls. And if you know how to handle it the chance to win is higher.
I think you have to choose one of the life systems, you can’t have both. I understand when people choose the comfortable system, but I have chosen the other one. I can’t just stick to the one and only position, I have to move. And I don’t want to miss so many balls. I can’t get all of them but as much as I can, even when I break my arm.

Guys, I’m back and busy writing (about shoes) and running and thinking and spreading love. On my trip I have found a lot of mind blowing things to discuss. I’m getting there, really, I’m so happy. But first comes work. And a friend’s big birthday bash. And spreading love (did I mention that already)?

Picture taken on Buenos Aires Fashion Week.

“Tag Glücksbärchen,

das ist mal kitschig, aber passt in dem Fall so gut.

Was wollt ich? Genau. Wäsche waschen. Und mich nochmal für den Abend mit Dir bedanken. Er war so aufschlussreich. Und wahr. Und toll.

Wie Du erkannt hast, dass die Dinge vom einen zum anderen führen. Für uns alle und sogar für mich. Sie laufen wie von selbst, wenn wir sie lassen. Manchmal sind es schräge Dinge – was uns nur noch mehr zeigen müsste, dass wir auf dem richtigen Weg sind, wenn er nicht standardisiert ist.

Von der Theorie, aufs Unterbewusstsein zu hören und nach dem Herzen zu gehen – ich war so froh, das endlich mal wieder zu hören. Wo sonst niemand träumt hier außer mir. Und Dir. So wie das Pferd ein lang gehegter Traum von Dir ist, den Du Dir endlich erfüllst. Ich bin so froh und stolz auf Dich!

Unsere Feststellung, dass die standardisierten Konzepte uns einengen. Das empfinde ich schon lange so, aber es ist saugut, dieselben Zweifel von jemand Nahestehendem zu hören. Neulich hab ich ein Zitat in der FR von der Künstlerin Barbara Kruger gelesen: “Ich glaube an den Zweifel.” Scheint ein Anachronismus zu sein und trotzdem so wahr. Die Entwicklung liegt an uns selbst: Seit ich losgelassen habe und den Sprung gewagt, fühlt es sich endlich nach Schwimmen an und nicht nach dem verzweifelten Versuch mit dem Strom zu paddeln (und nicht unterzugehen).

Die Realität ist nunmal ein Arschloch. Und so sehr der Mensch nach seinem Sinn sucht, so wenig hat er einen. Nein, wir werden die Welt nicht retten – es sei denn natürlich, ich mache endlich meinen Superheldenkurs. Aber am wenigsten Sinn macht es, sich dewegen das einzige zu verderben, worauf wir Einfluss haben: unser Leben. Und verdammt nochmal den Spaß daran.

Ich möchte jetzt versuchen, noch stärker an die Herztheorie zu glauben. Zu vertrauen. Und wenn die Welt um mich herum zusammenkracht, mein Herz steht. Keiner kann mir das wegnehmen. Das klingt kitschig, aber wahrscheinlich braucht ein Zyniker umso mehr Illusion. Nein, Illusion ist das falsche Wort: eine Idee. Eine Ideealisierung.

Versprechen wir uns, dass wir unserem Herz folgen. Generell im Leben. Solange wir damit andere nicht verletzen: für das Herz und das Wagen.

Danke.”

Ein Brief an eine Freundin. Happy New Yeah everybody!

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“Hello Good Luck Bear,

man, that’s cheesy, but it suits so well in this case.

What was I gonna do? Right, wash the laundry. And say thanks again for the evening with you. It was so revealing. And true. And awesome.

You made me see that a lot of things lead to the other – as soon as we open up and let them. Also in my life. Sometimes it’s weird things, which should prove us even more that we’re on the right way when it’s not the ordinary.

Our theory that we should listen to the subconscious and follow our heart – I was so glad to hear that from you. As nobody else is dreaming here besides me. And you. Like the horse which has always been your dream which you now finally fulfill. I am so happy and proud of you!

Our statement, that the standardized concepts will just narrow us. I’ve thought about that for a long time but it’s damn good to hear the same doubts from a close person. I just recently read a quote in the Frankfurter Rundschau from the artist Barbara Kruger: “I believe in the doubt.” It seems to be an anachronism – yet so true. It’s up to ourselves: Since I let loose and leaped off, it finally feels like swimming and not the desperate attempt to paddle with the stream (and not drown).

To be honest, reality is a sucker. And the more we try to hunt down our meaning, the less we will find any. No, we won’t save the world – unless I finally take my Superhero lessons of course. But the most senseless act is drown in the senselessness and spoil the only matter we can influence: our life and it’s blast.

From now on I’ll try to believe in the heart theory even more. To trust. And if the world is falling apart, my heart walks upright. Man, that sounds so cheesy again, but maybe a cynical person needs a little illusion. No, illusion is the wrong word: An idea. An idealization.

Lets promise each other that we will follow our heart. Just general in life. As long as we don’t hurt anybody else: for the heart and the daring.”

A letter to a friend.

… is one damn cool trip. In 20 years I will remember today and tell myself that this was paradise.

MEIN LEBEN
… ist ein einziger saucooler Film. In 20 Jahren werde ich an Heute zurückdenken und mir sagen, dass das das Paradies war.