MEIN BUCH.

Eines Tages werde ich ein Buch schreiben. Ich kenne schon den Plan; er ist ganz einfach. Zunächst werde ich umherwandern und mich umschauen. Ich werde die trauernden Menschen finden, zuhören und ihre Regenwand aufwischen. Ich werde gesegnete Menschen verstehen und ihr Glück in einem Spektrum fangen. Offenheit, Melodien, Steine, Wut – ich werde sammeln und ordnen, sehen und sichtbar machen. Solange, bis es randvoll ist. Und dann wird alles rausfließen aus mir durch den Stift auf das Blatt. Bis alles voll ist. Und dann werden die Worte nur so alles anders machen. Sie werden wirbeln und die Schädel nur so freipusten. Türen werden aufgehen und einladen. Wände werden hochschießen und beschützen. Menschen, die in einem Knäuel wohnen, werden sich entheddern. Dann werden sie sagen: Toleranz und Weisheit sind Freiheit und Nähe zugleich. Keine Angst mehr. Ganz bestimmt.

Mein Buch wird alles anders machen. Auch meine Tränen werden aufhören. Es ist ganz einfach. Gleich übermorgen fange ich an.

4 comments
  1. Magda said:

    Jesus… und der Schleim wird nur so von den Wänden tropfen.

  2. Lena said:

    Ja, und bei Dir wird mein Buch als erstes anfangen.

  3. Bomber said:

    Ola Lena. Bitte aufwachen. Das klingt nach Märchenstunde und katholizistisches Glaubenscomic. Die Welt verbessert sich immer-und auf der anderen Seite verschlechtert sie sich auch wieder. Das ist nun mal das duale System des Lebens, das was wir annehmen müssen (auch wenn es gar kein gut und/oder schlecht gibt). DAS ist das christlich gemeinte Kreuz, dass jeder von uns bis zur letzten Sekunde trägt. Was wir daraus machen und wo wir wie wirken ist das Entscheidende für uns und unsere Umwelt.
    Schöne Grüße Bomber

  4. Magda said:

    Bomber,
    danke für den Kommentar. Wie schön, von Dir zu lesen!

    Du hast völlig Recht! Lena, das elendige Weichei, hat wieder Märchenstunde gehalten. Aber so ist sie, weißt Du? Ein Träumer. Naja, an ihr Buch glaubt sie wohl nicht so, sonst hätte sie es längst geschrieben. Aber ich denke, sie möchte an für sie einfache Lösungen glauben, die in Wirklichkeit utopisch sind. Das ist der Antagonismus ihrer Existenz und der macht sie manchmal traurig. Aber wer verbietet es ihr, mit Gedanken zu experimentieren?

    Ich selbst finde solche Gedanken noch sinnloser als Kühe umschmeißen (das kann wenigstens lustig sein). Dafür bin ich zu zynisch und dafür kenne ich den Menschen zu gut. Für mich ist der Mensch ein Wesen, das sich selbst viel zu ernst nimmt. Und sonst höchstens noch die Frage: “Wer hat Angelina auf dem roten Teppich geschwängert?” Mich kümmert der Mensch nicht. Lena weiß das, darum knallt´s hier öfter mal.🙂

    Lena und ich freuen uns von Dir zu hören!
    Magda

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